Antizyklisches Investieren in Mitarbeiter, Technologien und Märkte stärkt Familienunternehmen nachhaltig und hebt das Investmentpotenzial. Am Beispiel der Hermle AG

Technologieführerschaft im Bereich Fräsen beansprucht die Hermle AG für sich. Hermle Maschinen werden für Fräs- und Drehoperationen mit hoher Qualität in  Branchen wie der Feinwerktechnik sowie in der Luft- und Raumfahrt benötigt. Wir haben Ihnen das Wunder von der Alb (Link: http://www.koenigsinvestor.de/2017/05/hermle-umgang-mit-krise.html) schon einmal auf unseren www.koenigsinvestor.de– Blog für Familienunternehmen und Value Investoren präsentiert.

Stellt man sich zwei Fragen, entdeckt man eine Gemeinsamkeit: Wie wird man ein erfolgreiches Unternehmen mit Technologieführerschaft? Wie wird man ein erfolgreicher Investor? Die Antwort, die beide Fragen gemeinsam haben, ist: Man muss Zeit, Kapital und Leidenschaft in die richtigen Dinge investieren.

Spitzenunternehmen investieren antizyklisch, so auch Hermle. Im Geschäftsjahr 2009 gingen der Umsatz, Auftragseingang und Cashflow um über die Hälfte zurück. Was macht das Unternehmen? Es investiert in Mitarbeiter, Technologien und die Märkte.

Hermle investiert in Mitarbeiter

Schon im Jahr 2002 kam das Konzept des atmenden Unternehmens von Hermle zum Einsatz. Durch flexible Arbeitszeitsysteme und Mitarbeiterschulungen  vermeidet das Familienunternehmen den Abbau von Stellen. Auch durch Neueinstellungen (18 im Jahr 2009 und 10 im Jahr 2010) kommt das Familienunternehmen gestärkt aus der Krise hervor. Deshalb sollten wir die Frage aufrufen: Was ist das Konzept des atmenden Unternehmens?

Im Kern des Konzepts des atmenden Unternehmens steht das individuelle Arbeitszeitmodell für Mitarbeiter. Das Ziel ist dabei, die Auslastungsschwankungen weitgehend auszugleichen. Parallel dazu helfen die Montagekonzepte, automatisierte Fertigung sowie mittelständische Organisationsstrukturen die Anpassungsfähigkeit von Hermle auch in der Krise beizubehalten. Deshalb konnte auch der Maschinenbauer in den Krisenjahren 2002, 2003 2009 und 2010 einen Gewinn erwirtschaften. Was hat das Konzept für weitere Vorteile?

Neues Standbein im Dienstleistungsektor

Während der Krisen wurden die Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur weitergebildet. Die Schulungen in den Bereichen IT, Vertrags- und Zollrecht, Leitung und Technik stärkten das ganze Unternehmen und machten es leistungsfähiger – sogar auf zwei Ebenen.

Die eigenen Mitarbeiter bekamen neue Prozesse, Wissen und Denkweisen beigebracht, welche die Struktur effizienter machten und dazu beitrugen, die Technologieführerschaft auszubauen.

Des Weiteren halfen die Erfahrungen in der Weiterbildung und Schulungen, ein neues Standbein im Diensleistungssektor zu bekommen. Hermle hat sich dadurch offiziell als Bildungsträger zertifizieren lassen und bietet seinen Kunden ein professionelles Schulungsprogramm an, denn nur gut ausgebildete Maschinenbediener und -programmierer erhöhen die Laufzeit und reduzieren die Stillstandszeiten. Im Schulungszentrum in Gosheim kann man Lehrgänge zum Thema Werkzeugvermessung, CNC-Programmierung uvm. besuchen.

Hohe Lieferfähigkeit und Ausbau der Marktanteile

Durch die Vermeidung von Stellenabbau und die Weiterqualifikation der Mitarbeiter konnte man kurz nach der Krise die Maschinen ohne Verzögerung ausliefern. Die rasche Lieferfähigkeit steigerte die Kundenzufriedenheit und förderte den Ausbau der Marktanteile.

Die Investition in neue Märkte

Darüber hinaus  konnte Hermle im Krisenjahr 2009 das Engagement in wichtigen Märkten ausbauen. Durch neue Stützpunkte in Bulgarien und Dänemark konnte man die Kunden und Interessenten in den Absatzregionen Skandinavien und Südosteuropa noch besser betreuen und nach der Krise gute Vertragsabschlüsse vorweisen.

Investitionen in neue Technologien

Die technologische Vorreiterrolle von Hermle basiert auf intensive Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens. Die Bedeutung von Forschung und Entwicklung wird deutlich, wenn man einen Blick auf die Zuständigkeiten der Vorstände wirft. Ein Vorstandsmitglied ist mit der Entwicklung und Forschung vertraut und verantwortet  diese Arbeiten. Auch in der Krise baut Hermle die Aktivitäten aus und veröffentlichte zahlreiche Maschinenneuheiten auf der Hausausstellung. In Zusammenarbeit mit den Kunden und Lieferanten entwickelte Hermle ein Hochleistungs- Bearbeitungszentrum mit 5-Achsen. Die Maschine kommt zum Einsatz, wenn kleinste Toleranzen und beste Oberflächengüten erforderlich sind. Zusätzlich wurde ein Bearbeitungszentrum für Fräsen und Drehen für Komplettfertigung und die größte Maschine des Unternehmens für Werkstücke mit einem Gewicht von 2,5 Tonnen entwickelt. Der Kunde giert nach Wirtschaftlichkeit und Produktivität. Mit den neuen Entwicklungen hat man Maschinen entwickelt, welche auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind.

Das war in der Vergangenheit – Jetzt kommen wir zur Gegenwart und stellen uns die Frage:

Ist die Hermle AG noch ein Investment wert?

Das Familienunternehmen Hermle AG ist dank guter Position und Technologieführerschaft mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25 bewertet. Das Unternehmen kann kommende Konjunkturschwankungen durch die starke Finanzstabilität und das Konzept des atmenden Unternehmens überstehen. Da stellt sich die wichtige Frage: Wie muss das Unternehmen wachsen um erstmal die gegenwärtige Marktbewertung zu rechtfertigen? Laut der Wachstumsformel von Benjamin Graham (Link: http://www.koenigsinvestor.de/2017/03/bewertung-von-wachstumsunternehmen-graham.html) sollte die jährliche Gewinnwachstumrate bei 8,5 Prozent in den nächsten 7-10 Jahren liegen, um den hohen Kurs zu rechtfertigen. Hinsichtlich der hohen Zyklizität des Geschäftsmodells sollte man sich das doch zweimal durch den Kopf gehen lassen..

Ein Gastbeitrag von www.koenigsinvestor.de

[Bildquelle: https://pixabay.com/de/m%C3%A4nnchen-team-teamarbeit-handwerker-2929810/ Autor Fotomek]

0 Comments

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Kontakt

Bei Fragen und Anregungen hinterlasse uns einfach eine Email.

Sending

2017 Christian Bauduin