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Der Buffett Bilanz-Screener

Analysiere Deine Aktien auf kritische Bilanzkennzahlen

Bilanzkennzahlen können uns frühzeitig über schlechte Entwicklungen informieren. Besonders nützlich sind diese Kennzahlen für die Bewertung der Unternehmensqualität. Viele Aktien mit schlechten Bilanzkennzahlen fallen in schwachen Börsenphasen besonders stark.  Nutze den Bilanz-Screener, um sofort Deine Aktien auf Knopfdruck zu analysieren.

Die besten Bewertungskennzahlen für Aktien beim Value Investing

Bewertungskennzahlen für Aktien sind bei Anlegern sehr beliebt. Und das aus gutem Grund! Es gibt viele sinnvolle Bewertungskennzahlen, die wir beim Value Investing verwenden können.

Jede Kennzahl hat aber ihre ganze eigenen Vor- und Nachteile. Damit wir die Bewertungskennzahlen für Aktien richtig anwenden können, müssen wir diese genau kennen.

Ansonsten droht Gefahr, dass wir vermeintlich günstige Aktien kaufen, die in dann im schlimmsten Fall kein gutes Investment sind.

Deshalb schauen wir uns nun einige Bewertungskennzahlen für Aktien genauer an. Bewertungskennzahlen sind Teil unserer Fundamentalanalyse.

Den Beitrag hab ich auch als Video aufbereitet:

Wofür braucht man Bewertungskennzahlen für Aktien?

Bewertungskennzahlen können wir verwenden, um einen ersten Eindruck darüber zu bekommen, ob die Aktien günstig oder teuer sind. Allerdings sollte uns stets bewusst sein, dass diese Kennzahlen etwas anderes sind, als eine richtige Berechnung des inneren Wertes.

Was sind Bewertungskennzahlen und wofür benutzen wir sie:

  • Bewertungskennzahlen werden verwendet, um den Preis einer Aktie bewerten zu können
  • Bewertungskennzahlen setzen in der Regel bestimmte Finanzdaten ins Verhältnis zum Preis der Aktie (zum Beispiel das beliebte Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV)
  • Es gibt sehr viele Bewertungskennzahlen für Aktien, jede hat ihre eigenen Vor- und Nachteile
  • Manche Bewertungskennzahlen sind besser als andere für bestimmte Unternehmen

Nun steigen wir für einige Kennzahlen genauer ein.

Beliebte Aktien-Bewertungskennzahlen im Überblick

Ich habe mal einen Überblick über beliebte Aktien-Bewertungskennzahlen hier erstellt. Es gibt noch viele weitere, aber ich denke, dass hier sind die beliebtesten und gängigsten.

Bewertungskennzahlen: KGV

Bestimmt kennt so ziemlich jeder das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Die Bewertungskennzahl wird häufig von Anlegern für die Bewertung von Aktien verwendet. Doch ist hier aus meiner Sicht Vorsicht zu genießen.

Was ist das KGV?

  • Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) setzt den aktuellen Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie
  • KGV = Aktienkurs / Gewinn je Aktie (oder Marktkapitalisierung / Gesamtgewinn)
  • Das KGV bezieht sich immer auf ein bestimmtes Geschäftsjahr für den Gewinn, der zur Berechnung verwendet wird (z.B. 2019, 2020 oder TTM)
  • Die Bewertungskennzahl KGV gibt quasi an, wie viele Jahre es dauert, bis der Kaufpreis der Aktie aus dem Gewinn refinanziert worden ist
  • Der Kehrwert vom Kurs-Gewinn-Verhältnis ist die sog. Gewinnrendite
  • Das KGV ist vermutlich die am häufigsten verwendete Bewertungskennzahl für Aktien

Vorteile vom KGV:

  • Das KGV kann sehr einfach ermittelt werden
  • Die Kennzahl kann auf nahezu jeder Börsenseite tagesscharf eingesehen werden
  • Die Bewertungskennzahl erlaubt daher eine schnelle und einfache Bewertung

Nachteile vom KGV:

  • Das KGV bewertet nur die Gewinne eines Unternehmens aus einem einzigen Geschäftsjahr
  • Es fehlt die Bewertung der Vermögens- und Schuldensituation
  • Es fehlt die Bewertung von Wachstum (positiv und negativ)
  • Der Gewinn ist oft durch sog. Einmaleffekte verfälscht. Damit ist die Bewertungskennzahl bei vielen Aktien leider nicht aussagekräftig

Wie man das KGV richtig verwenden kann:

  • Wenn der Gewinn nicht durch Einmaleffekte verfälscht wurde (siehe Gewinn- und Verlustrechnung) und
  • Wenn der Gewinn in den nächsten Jahren ähnlich hoch (oder höher) ausfällt und
  • Wenn es keine großen Cash- und Schuldenbeträge in der Bilanz gibt und
  • Wenn der Gewinn auch “real” verdient wurde (in Form von Cashflows, siehe Kapitalflussrechnung) oder
  • Im historischen Vergleich (wie hoch war das KGV in der Vergangenheit?)
Bewertungskennzahl für Aktien: KGV (Darstellung aus dem Value Finder)

Nur dann kann man sich wirklich auf die Bewertungskennzahl verlassen, denn dann ist sie aussagekräftig und auch belastbar.

Bewertungskennzahlen: KBV

Das KBV gehört sicher zu den häufigsten Bewertungskennzahlen für Aktien. So sehe ich diese Kennzahl:

Was ist das KBV?

  • Das KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis) setzt den aktuellen Aktienkurs ins Verhältnis zum Buchwert = Eigenkapital je Aktie (Vermögenswerte – Verbindlichkeiten)
  • Das KBV bezieht sich immer auf den letzten Bilanzstichtag
  • Das KBV gibt quasi an, wie viel höher der Aktienkurs als das Eigenkapital ist

Vorteile vom KBV:

  • Kann sehr einfach ermittelt werden
  • Auf nahezu jeder Börsenseite im Internet tagesscharf einsehbar
  • Erlaubt deshalb eine schnelle und einfache Einschätzung

Nachteile vom KBV:

  • Bewertet nur die Bilanz eines Unternehmens zum letzten Bilanzstichtag
  • Es fehlt die Bewertung der Gewinne/Cashflows (oder Verluste)
  • Es fehlt die Bewertung von Dingen, die in der Bilanz nicht so einfach dargestellt werden kann (z.B. der Wert von Nutzern auf einer Social Media Seite, wie Facebook)

Wie man das KBV richtig verwenden kann:

  • Wenn die Firma weiterhin Geld verdient und
  • Wenn der Buchwert nicht durch „Financial Engineering“ oder „hohe Anteile an immateriellen Vermögenswerten (und „Goodwill“) gefährdet ist und
  • Wenn der Buchwert den Unternehmenswert gut wiederspiegelt (z.B. bei Versicherungen oder Investment-Gesellschaften werden häufig in der Höhe des Buchwertes bewertet) oder
  • Im historischen Vergleich
Bewertungskennzahl für Aktien: KBV (Darstellung aus dem Value Finder)

Nur dann kann man sich wirklich auf die Bewertungskennzahl verlassen, denn dann ist sie aussagekräftig und auch belastbar.

Bewertungskennzahlen: KUV

Auch das KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnisse) gehört zu für viele Anleger in den Katalog der wichtigsten Bewertungskennzahlen für Aktien. Informationen zum KUV findest du hier:

Was ist das KUV?

  • Das KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis) setzt den aktuellen Aktienkurs ins Verhältnis zum Umsatz je Aktie
  • KUV = Aktienkurs / Umsatz je Aktie (oder Marktkapitalisierung / Gesamtumsatz)
  • Das KUV bezieht sich immer auf ein Jahr (z.B. 2019 / 2020 oder TTM)
  • KUV gibt quasi an, wie viele Jahre es dauert, bis der Kaufpreis der Aktie aus dem Umsatz refinanziert worden ist

Vorteile vom KUV:

  • Kann sehr einfach ermittelt werden
  • Erlaubt deshalb eine schnelle Einschätzung

Nachteile vom KUV:

  • Bewertet nur den Umsatz eines Unternehmens
  • Es fehlt die Bewertung der Gewinne (oder Verluste), sowie der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Wie man das KUV richtig verwenden kann:

  • Nur im historischen Vergleich
Bewertungskennzahl für Aktien: KUV (Darstellung aus dem Value Finder)

Bewertungskennzahlen: KCV

Das KCV (Kurs-Cashflow-Verhältnis) wird ist aus meiner Sicht ebenfalls eine wichtige Bewertungskennzahl. Bevor man diese nutzen kann, sollte ich vielleicht kurz klar stellen, welche Art von Cashflow ich hier ansetzen würde. Besonders relevant für das Value Investing ist aus meiner Sicht hier der sogenannte Free Cashflow, der im wesentlichen die Einnahmen aus dem operativen Geschäft abzüglich der Kapitalkosten angibt. Daher ist hier der Begriff KCV hier nicht ganz korrekt, da man hier eigentlich KFCV (Kurs-Free-Cashflow-Verhältnis) aufschreiben müsste. Trotzdem verwende ich hier diese Abkürzung für die Definition. Auf gängigen Internetseiten findet man unter dem KCV das Verhältnis des Aktienkurses zum Cashflow aus dem operativen Geschäft.

Was ist das KCV?

  • Statt den Gewinnen (beim KGV) kann der Free Cashflow verwendet werden
  • Free Cashflow = Cashflow aus dem operativen Geschäft – Kapitalkosten (für Instandhaltung und Investitionen)
  • Free Cashflow ist eine gute Näherung der realen Geldüberschüsse für die Aktionäre
  • Ignoriert alle Wertberichtigungen und “geschönte” Gewinne

Vorteile vom KCV:

  • In der Regel aussagekräftiger als die Gewinne
  • “Cash is King”

Nachteile vom KCV:

  • Nur auf wenigen Seiten verfügbar
  • Cashflows schwanken naturgemäß stärker als die Gewinne, da sie nicht vom Management “gesteuert” werden können
  • Es hilft hier, einen Mittelwert (z.B. letzte 3 Jahre) zu verwenden, was mehr Aufwand in der Praxis macht

Wie man das KCV richtig verwenden kann:

  • Wenn die Cashflows in den nächsten Jahren ähnlich hoch (oder höher) ausfallen und
  • Wenn es keine großen Cash-Beträge oder Schulden in der Bilanz gibt (Bilanz) oder
  • Im historischen Vergleich

Dann ist das KCV eine sehr hilfreiche Bewertungskennzahl zur Bewertung von Aktien. Wenn du die Kennzahl auf Internetseiten nachschlagen solltest, informiere dich zuvor darüber, welcher Cashflow hier zur Berechnung angesetzt wird.

Bewertungskennzahlen: PEG

Was ist das PEG?

  • Das PEG-Ratio (Price Earnings to Growth) gibt an, wie viel höher das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) als das erwartete Wachstum des Unternehmens ist
  • Damit berücksichtigt die Kennzahl neben der eigentlichen Bewertung diese auch im Verhältnis zum erwarteten Wachstum

Vorteile vom PEG:

  • Das PEG ist eine gute Möglichkeit, um die Bewertungskennzahl (KGV) zu relativieren
  • Die Bewertungskennzahl beseitigt damit eine große Schwäche des Kurs-Gewinn-Verhältnisses

Nachteile vom PEG:

  • Das PEG kann nicht einfach berechnet werden, da das erwartete Wachstum in der Regel eine Schätzung von Analysten ist, die mit Vorsicht zu genießen ist
  • Das PEG gehört zu den Bewertungskennzahlen für Aktien, die nur auf wenigen Seiten zur Verfügung gestellt wird
  • Statistisch hat die Verwendung des PEG nicht zu einer höheren Rendite geführt. Da sie auch in der Regel nur für Firmen mit hohen Wachstumsraten hilfreich ist. Diese Firmen können allerdings in der Regel nicht unendlich lange das hohe Wachstum aufrechterhalten.

Wie man das PEG richtig verwenden kann:

  • Das PEG sollte nur als zusätzliche Hilfe verwendet werden
  • Für Wachstumsunternehmen sollte das PEG kleiner 1 sein
  • Für normal wachsende Firmen sollte das PEG kleiner als 2 sein

Bewertungskennzahlen: EV / EBIT

Was ist das EV/EBIT?

  • Enterprise Value = Realer Preis für einen Käufer des Unternehmens (Marktkapitalisierung + Schulden – Cash)
  • EBIT = Operatives Ergebnis (Gewinn vor Zinsen und Steuern)
  • Berücksichtigt sowohl die Einnahmen, als auch die Vermögenswerte und Schulden des Unternehmens

Vorteile vom EV/EBIT:

  • Eine der besten Bewertungskennzahlen
  • Besonders hilfreich, wenn große Cash-Beträge oder Schulden in der Bilanz stehen

Nachteile vom EV/EBIT:

  • Auf den meisten Internetseiten nicht verfügbar
  • Muss im Zweifelsfall selbst errechnet werden

Wie man das EV/EBIT richtig verwenden kann:

  • Das EV / EBIT kann immer verwendet werden, wenn man von einer grundsätzlich positiven Entwicklung des Unternehmens ausgeht
  • Für extrem gute Firmen kann die Bewertungskennzahl EV / EBIT ein Kaufsignal generieren, wenn die Kennzahl kleiner als 12 ist
  • Für eher schlechtere Firmen (niedrige Wachstumsperspektive und Rentabilität) generiert die Kennzahl ein Kaufsignal, wenn sie kleiner als 8 beträgt

Für mich ist das EV / EBIT die beste Bewertungskennzahl für Aktien, da sie sowohl die Bewertung der operativen Ergebnisse, als auch der Bilanzgrößen berücksichtigt.

Sonderthema: Firmen vergleichen mit den Bewertungskennzahlen?

Kann man Firmen mit einander vergleichen, indem man die Bewertungskennzahlen aus Unternehmen einer Branche mit einander vergleicht? Meine persönliche Einschätzung lautet ganz klar nein!

Selbst Firmen, die in der selben Branche tätig sind, kann man nie mit diesen Kennzahlen vergleichen. Warum? Ganz einfach: Die Firmen sind immer unterschiedlich. Die Gewinnmargen sind unterschiedlich, die Kapitalstruktur ist nicht exakt gleich, die Wachstumsperspektiven können unterschiedlich sein. All das führt dazu, dass selbst Unternehmen, die in der selben Branche tätig sind nicht einfach mit einander verglichen werden können.

Daher bewerte jede Firma lieber für sich.

Fazit – Die besten Bewertungskennzahlen für Aktien und Unternehmen

Wir haben uns viele Bewertungskennzahlen für Aktien angeschaut. Jede hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Wenn wir diese Kennzahlen benutzen, sollten wir zumindest verstehen wo die Unterschiede liegen und welche Dinge nicht berücksichtigt werden, damit wir nicht vermeintlich günstige Aktien kaufen, die in Wahrheit doch nicht günstig sind. Hier noch mal eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte aus dem Blogbeitrag:

  • Alle Bewertungskennzahlen haben ihre eigenen Vor- und Nachteile
  • Damit eine Bewertung Sinn ergibt, müssen die Schwächen und Stärken der Kennzahlen verstanden werden
  • Die meisten Kennzahlen sind vor allem im historischen Vergleich relevant (aber nur, wenn die Firma sehr stabil ist und eine ähnliche Entwicklung auch für die Zukunft wahrscheinlich ist)
  • Je mehr Kennzahlen eine günstige Bewertung anzeigen, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Aktie wirklich günstig ist

Mehr Videos?

Das Video ist Teil meines Value Investing Basiskurses. Wenn dich das Thema interessiert, informiere dich über den kompletten Kurs:

 

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